Anders als bei vielen anderen Bauentscheidungen rechnet sich eine Dachbegrünung in Berlin über zwei Wege gleichzeitig: über eine einmalige Förderung und über eine dauerhaft niedrigere Gebühr. Der zweite Punkt ist der, den fast niemand auf dem Schirm hat – dabei läuft er jedes Jahr weiter.
Die gesplittete Niederschlagswassergebühr
In Berlin wird Niederschlagswasser nicht über den Trinkwasserverbrauch abgerechnet, sondern flächenbezogen: Grundlage ist die versiegelte Fläche eines Grundstücks, von der Regenwasser in die Kanalisation abfließt. Wer weniger Wasser einleitet, zahlt weniger.
Genau hier wirkt die Begrünung. Ein begrüntes Dach hält einen erheblichen Teil des Niederschlags im Substrat zurück, gibt ihn über Verdunstung wieder ab und leitet den Rest verzögert ab. Je nach Aufbau wird die Fläche deshalb nicht mehr voll als abflusswirksam angerechnet.
Der Effekt ist nicht spektakulär, aber er ist dauerhaft – und er läuft in die entgegengesetzte Richtung zu praktisch allen anderen Nebenkosten. Denselben Mechanismus nutzt man übrigens auch am Boden: Eine wassergebundene Decke oder ein Rasenfugenpflaster statt einer vollflächig versiegelten Hoffläche senkt die Gebühr aus demselben Grund.
GründachPLUS
Berlin fördert die Begrünung von Bestandsdächern über das Programm GründachPLUS. Gefördert wird die nachträgliche Begrünung – also genau der Fall, um den es bei einer Dachterrasse im Altbau meistens geht.
Zu Förderhöhen, Antragsfristen und Voraussetzungen nennen wir hier bewusst keine Zahlen: Förderprogramme werden regelmäßig angepasst, aufgestockt oder ausgesetzt, und eine veraltete Zahl auf einer Website ist schlechter als gar keine. Den aktuellen Stand prüfen wir vor dem Angebot und sagen Ihnen, ob Ihr Vorhaben in Frage kommt.
Wichtig ist die Reihenfolge: Bei Förderprogrammen gilt fast immer, dass der Antrag vor Beginn der Maßnahme gestellt sein muss. Wer erst baut und dann fragt, verliert den Anspruch – unabhängig davon, wie förderfähig das Vorhaben inhaltlich gewesen wäre.
Antrag vor Baubeginn
Das ist der Punkt, an dem Förderungen am häufigsten verfallen. Klären Sie die Förderfähigkeit, bevor der erste Handwerker auf dem Dach steht.
Extensiv oder intensiv – und was das mit der Terrasse zu tun hat
Die extensive Begrünung ist der Dünnschichtaufbau: Sedum, Kräuter, wenig Substrat, praktisch keine Pflege, geringes Gewicht. Sie ist der Regelfall bei Bestandsdächern und meist der Aufbau, um den es bei einer Förderung geht.
Die intensive Begrünung ist ein Dachgarten mit Stauden und Sträuchern. Sie sieht besser aus, braucht aber deutlich mehr Substratstärke, regelmäßige Pflege, in der Regel eine Bewässerung – und sie wiegt ein Vielfaches. Was davon möglich ist, entscheidet die Traglast.
Für eine Dachterrasse ist die Kombination der Normalfall: begehbare Fläche auf Stelzlagern dort, wo man sitzt, begrünte Fläche ringsum. Das bringt Schatten, dämpft die Aufheizung im Sommer und macht aus einer heißen Dachfläche einen benutzbaren Ort. Wie der Aufbau technisch aussieht und was er kostet, steht auf unserer Seite zu Dachterrassen.
Was die Begrünung sonst noch leistet
Neben Förderung und Gebühr gibt es drei Effekte, die sich schlecht beziffern lassen, aber im Alltag zählen: Das Substrat dämpft die Temperaturschwankung der Abdichtung, was ihre Lebensdauer verlängert. Die Fläche heizt sich im Sommer deutlich weniger auf als ein schwarzes Bitumendach. Und die Rückhaltung entlastet die Kanalisation bei Starkregen – in dicht bebauten Innenstadtquartieren kein akademischer Punkt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die gesplittete Niederschlagswassergebühr?
In Berlin wird Niederschlagswasser flächenbezogen abgerechnet, nicht über den Trinkwasserverbrauch. Grundlage ist die versiegelte Fläche, von der Regenwasser in die Kanalisation abfließt. Wer weniger einleitet, zahlt weniger – dauerhaft, jedes Jahr.
Wie viel spart eine Dachbegrünung bei der Gebühr?
Das hängt vom Aufbau und von der Fläche ab. Ein begrüntes Dach hält einen Teil des Niederschlags im Substrat zurück und wird deshalb nicht mehr voll als abflusswirksam angerechnet. Die konkrete Einstufung nimmt der Betreiber vor; wir liefern die Angaben zum Aufbau.
Was fördert GründachPLUS?
Das Berliner Programm fördert die nachträgliche Begrünung von Bestandsdächern – also genau den Fall, um den es bei einer Dachterrasse im Altbau meistens geht. Zu Förderhöhen und Fristen nennen wir hier bewusst keine Zahlen, weil Programme angepasst werden; den aktuellen Stand prüfen wir vor dem Angebot.
Muss ich den Förderantrag vor dem Bau stellen?
In aller Regel ja. Bei Förderprogrammen gilt fast immer, dass der Antrag vor Beginn der Maßnahme vorliegen muss. Wer erst baut und dann fragt, verliert den Anspruch – unabhängig davon, wie förderfähig das Vorhaben inhaltlich gewesen wäre.
Extensiv oder intensiv begrünen?
Extensiv heißt Dünnschichtaufbau mit Sedum und Kräutern: leicht, pflegearm, der Regelfall im Bestand. Intensiv ist ein Dachgarten mit Stauden und Sträuchern: schöner, aber ein Vielfaches an Gewicht, Pflege und meist Bewässerung. Was möglich ist, entscheidet die Traglast.
Dach ansehen lassen
Wir kommen vorbei, sichten die Situation und sagen Ihnen ehrlich, was auf Ihrem Dach möglich ist: 03327 7407716 oder über unser Kontaktformular.
Quellen: Berliner Förderprogramm GründachPLUS (Senatsverwaltung), Berliner Wasserbetriebe – Niederschlagswasserentgelt.